Donnerstag, 9. Januar 2014

Buch: Anni und Alois

Ich habe ein schönes, nachdenklich stimmendes Buch gelesen.

"Anni und Alois - Arm sind wir nicht"


In dem 197 Seiten dicken Buch wird das Einöd-Leben des Ehepaares im Bayerischen Wald beschrieben. Ein herrlich in der Zeit stehengebliebenes Bauernleben. Beide sind Mitte 70 und seit etlichen Jahren verheiratet.

Anni und Alois führen noch ein Leben, wie es früher war. Wie unsereins es sich gar nicht mehr vorstellen kann.

Und doch, ich konnte beim Lesen träumen. Wie schön es sein muss, so ursprünglich zu leben. So ohne Hektik, ohne Stress, ohne unsere "modernen" Alltagsfallen.

Die beiden leben in unseren Augen sehr ärmlich. Sie haben bis heute kein Bad, keine Toilette und keine Heizung. Nein, sie leben noch so, wie sie schon immer gelebt haben. Obwohl, einen Luxus haben sie: einen Elektro-Ofen, den die Anni zur Weihnachtszeit fürs Plätzchenbacken nutzt. Sie heizen nur einen Raum und das mit Holz. Der Alois mag die Kälte gar nicht. Während die Anni das gar nicht spürt. Am liebsten verbringt sie ihre Tage barfuss. Wenn sie mal Hausschuhe trägt, dann nur die löcherigen, weil da die Wärme so schön verfliegt.

Auch wenn es auf den ersten Blick sehr ärmlich wirkt, weil jegliche Luxusgüter und Annehmlichkeiten fehlen. Auf den zweiten Blick wird deutlich, dass sie nicht arm sind. Sie haben alles, um glücklich zu sein. 

Im Laufe des Buches werden wir mitgenommen. Ein Jahr, wie es für die beiden typisch ist. Schnee, Frühling, Hennen, Küken, Gartenarbeit, Selbstverpflegung in der ursprünglichsten Form, Obstbaumveredelung, Einkauf mit dem Bulldog...

Gezeigt werden uns ein paar Bilder. Die meisten in grau-weiß. Nur einige wenige in Farbe. Aber gerade dieser Grauschleier, der passt. Er lässt einem selbst genügend Raum um sich das Leben der beiden in allen Farben auszumalen.






Immer wieder fiel mir auf, dass ich mich beim Lesen auf deren Bauernhof versetzt fühlte. Die Autoren Julia Seidl und Stefan Rosenboom schaffen es, das einfache Leben der beiden so darzustellen, dass der Alltag von mir in den Hintergrund rückte. Der vermeintliche Konsumzwang der heutigen Zeit wurde fraglich. Warum streben wir heutzutage nach immer mehr, immer neu, immer besser? Die beiden leben seit langen Jahren so, wie sie schon immer gelebt haben. Und sie sind glücklich. Mit dem was sie haben. Mit sich selbst. Mit dem Partner. Sie unterliegen keinem (erkennbaren) äußeren Zwang.

Wie ihr merkt, ich bin hin und weg nach der Lektüre! Am Liebsten würd ich mich grad in eine mehrfach geflickte Kittelschürze schmeißen und raus gehen, um Holz zu hacken...


Seit ihr neugierig geworden? Die ISBN lautet: 978-3-86365-747-5.


Und weil die Bilder so herrlich grau gehalten sind, hüpfen sie auch zu dem dieswöchentlichen Thema von Nic:


Wollt ihr noch mehr graue Bilder sehen? Dann schaut hier auf dem Blog von Luzia Pimpinella vorbei.






Kommentare:

  1. Liebe Frauke, nimm mich mit zum Holz hacken!
    Ein wunderbares Buch mit einer wunderbaren Botschaft - wunderbar vorgestellt!
    Liebe Grüße
    Christiane

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  2. da musste ich jetzt direkt an meine oma denken,ich vermisse sie sehr! das buch werd ich mir merken. danke frauke

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    1. Meine Oma hat auch noch sehr von dieser Ursprünglichkeit. Wir können von dieser "alten" Generation sehr viel lernen...

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Ich freu mich über jedes liebe Wort von euch :-)