Sonntag, 16. März 2014

Habt ihr schon ma über Hausnummern nachgedacht?

Wenn ihr durch die Straßen eurer Stadt geht, worauf achtet ihr? Auf die Menschen, die Häuser, die Bäume, die Wolken? Schaut ihr vielleicht auch gern zu den Fenstern rein um einen Blick auf die verschiedenen Einrichtungen zu werfen? Ich schau mir auch gern die verschiedenen Straßenbeläge an. Oder eben halt auch Hausnummern.

Besonders seit ich mit Mina ständig auf Hunderunden unterwegs bin und öfters ma zum Schnuppern stehen bleibe (also Mina schnuppert und ich bleibe stehen), achte ich noch mehr auf Hausnummern.

Und dabei ist mir aufgefallen, wie viele verschiedene Arten von Hausnummern es gibt. Kleine und große. Schwarze, weiße, farbige. Schilder mit 2 oder mehr Farben. Aufgemalte oder aufgehängte. Aber auch Hausnummern mit Bildern dabei.

Als ich auf immer mehr Kuriositäten der Nummerierung stieß, fing ich an, die Hausnummern zu fotografieren. Und natürlich stellte sich mir die Frage, warum nummerieren wir unsere Häuser, warum sehen die Schilder so unterschiedlich aus und überhaupt.

Aber fangen wir erstma mit ein paar Fotos an:










All die Fotos sind bei unseren morgendlichen Runden hier in der Nachbarschaft entstanden. Ist euch aufgefallen, wie unterschiedlich die Nummern sind?

Als mir immer mehr Schilder ins Auge fielen, die so gar nicht durchschnittlich und gleich waren, fing ich an, mich in die Geschichte der Hausnummern einzulesen.

Aber zuerst noch ein paar Nummern:






Vor der Einführung der Hausnummern wurden die Häuser mit Hausnamen oder Hauszeichen unterschieden. Die Bewohner einer Stadt kannten sich mit Namen. Fremde fragten sich so durch. Vorreiter war Paris: dort wurden im 15. Jahrhundert die ersten Hausnummern eingeführt. Nach und nach führten dann weitere Gebiete Hausnummern ein. Flächendeckend waren sie in Europa aber erst ab dem 18. Jahrhundert zu finden.

Ganz am Anfang wurden einfach alle Häuser einer Stadt fortlaufend durchnummeriert. Neue Häuser erhielten dann die jeweils nächst freie Nummer. Wie ihr euch denken könnt, war die Orientierung damit etwas schwierig... Außerdem wurde es immer unübersichtlicher, umso größer die Städte wurden. Deswegen wurden im 19. Jahrhundert die Nummerierung straßenweise neu angefangen. Bis heute ist das am meist verbreitete System das "Zickzacksystem". Also eine Straßenseite mit geraden die andere mit ungeraden Hausnummern. Teilweise gibt es aber auch heute noch die "Hufeisennummerierung". Am Anfang der Straße startet auf der rechten Seite die 1. Die Nummerierung wird dann bis zum Ende der rechten Seite fortgeführt, springt dann zur linken Seite rüber und geht weiter bis zum Straßenanfang auf der linken Seite. (In anderen Ländern gibts noch viele andere Arten der Nummerierung, aber die lass ich hier ma weg.)

Lange Zeit gab es auch 1/2-Hausnummern. Aber ab den ca. 1970ern wurden diese durch Buchstaben abgelöst.


Gesetzlich gibt es in Deutschland folgende Vorschrift:

§ 126 Abs. 3 Baugesetzbuch: „Der Eigentümer hat sein Grundstück mit der von der Gemeinde festgesetzten Nummer zu versehen.“

Somit kann eigentlich jeder Hauseigentümer über das Aussehen seiner Hausnummer frei entscheiden. Von Stadt zu Stadt gibt es aber noch unterschiedlich Einschränkungen und Auflagen. Und weil ich ja nun ma in Dortmund wohne und all die hier gezeigten Hausnummernfotos aus meiner Nachbarschaft sind, bleibe ich bei den Dortmunder Vorschriften.

In der "Ordnungsbehördliche Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Stadt Dortmund vom 17.12.2013" gibt es in § 12 nur insoweit Auflagen, als dass der Hauseigentümer auf eigene Kosten das Nummernschild anbringen muss und dieses von der Straße aus gut sichtbar sein muss. Außerdem müssen bei einer Neunummerierung die alten Nummern rot durchgestrichen und noch mindestens ein Jahr hängen bleiben.

Bei meiner Suche über die Geschichte von Hausnummern bin ich bei anderen Städten noch auf ganz andere Auflagen gestoßen. Manche müssen beleuchtet sein. Manche müssen in einer bestimmten Mindesthöhe aufgehangen werden. Undsoweiterundsofort. Dortmund ist also echt locker, wat die Hausnummernvorschriften angeht!







Konnte ich euch mit meinen Fotos und der Zusammenfassung der Geschichte der Hausnummern etwas neugierig machen? Dann haltet die nächsten Tage die Augen offen und schaut euch die Hausnummern an, die bei euch auf dem Weg liegen. Sei es auf dem Weg zur Arbeit oder zum Kindergarten, zur Schule oder zum Fitnessstudio. Ihr werdet staunen, wat ihr bisher alles übersehen habt! Hausnummern können so vielfältig sein!

Ein alltäglicher Gang, den man bereits tausend Mal gegangen wird, sieht plötzlich ganz anders aus...


Meine Quellen zur Geschichte der Hausnummern:
wikipedia.de: klick
Kölner Stadt-Anzeiger: klick
zuhause.de: klick
dortmund.de: klick



Kommentare:

  1. Hehe, und ich dachte, ich wär bekloppt mit meiner Klingelsammlung...
    ;)
    Liebe Grüße
    Christiane

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    1. Hat nicht jede(r) eine sehr liebenswerte Macke? :-D

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  2. Ohhhh...ich weiß, was ich dir zeigen muss!

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  3. ich hab da noch nie drauf geachtet glaub ich. so ist das wenn man immer nur von a nach b hetzt! :0) ein schönes thema frauke

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Ich freu mich über jedes liebe Wort von euch :-)