Sonntag, 4. Januar 2015

Ich stand im Krater eines erloschenen Vulkans

Mitten in Deutschland. Ein erloschener Vulkan! Klar, hätte ich mir denken können, wenn ich über Silvester in die Vulkaneifel fahre. Aber wer stellt denn gleich eine Verbindung von dem Namen und einem Vulkan her? Ich brauch bei so was immer ein bißchen länger ;-)

Doch der Reihe nach. Vor ein paar Wochen fragten mich liebe Freunde, ob ich Lust hätte, Silvester in einem kleinen Ort in einer gemütlichen Ferienwohnung in der Eifel zu verbringen. Klar! Ich bin eh nicht so der Silvesterfreund und mit den besagten Freunden hab ich schon das ein oder andere tolle, ruhige Silvester verbracht und ein neues Jahr begrüßt. Und so fuhren Mina und ich über Silvester in die Eifel. Bis dahin kannte ich nur den Begriff, mehr nicht. Und nun, nach zwei Nächten dort, will ich dringend nochmal hin! Tolle Landschaften, schöne Berge, weite Sichten, 1a-Natur! Und das Leitungswasser schmeckt besser als so manch abgefülltes Mineralwasser :-)

Am Silvestertag sind wir nach Arensberg gefahren. Dort gibts einen begehbaren, erloschenen Vulkan!

Arensberg Vulkan Eifel erloschen

Arensberg Vulkan Eifel erloschen

Es war ein sehr seltsames Gefühl in einem erloschenen Vulkankrater zu stehen. Dass er genau in dem Moment erneut ausbricht, ist zwar recht unwahrscheinlich, aber auch nicht komplett ausgeschlossen. 

Arensberg Vulkan Eifel erloschen

Das erste Mal ist dieser Vulkan vor 32 Millionen Jahren ausgebrochen. Das zweite Mal dann vor 24 Millionen Jahren. Beeindruckend, mit welcher Kraft das Magma hier aus der Erde geschossen sein muss. Auf einmal fühlt man sich dann doch recht klein und unbedeutend...

Arensberg Vulkan Eifel erloschen

Und wer steht da völlig gechillt rum und streckt die Arme in den Himmel? Ein Schneemann:

Arensberg Vulkan Eifel erloschen Schneemann

Auch wenn der Vulkankrater recht verschneit war, die Natur ließ sich trotzdem blicken: 

Arensberg Vulkan Eifel erloschen

Arensberg Vulkan Eifel erloschen

Ganz am Boden des Vulkans haben wir ein Labyrinth entdeckt: 

Arensberg Vulkan Eifel erloschen Labyrinth

Wäre es nicht so voller Schnee gewesen, wäre ich es sehr gern abgegangen. Ein Labyrinth unterscheidet sich von einem Irrgarten, denn es hat einen Anfang und nur einen Weg, der in die Mitte führt. Verlaufen ist also nicht. Dafür ist es sehr meditativ, wenn man den Weg in Ruhe und wirklich Schritt-für-Schritt abschreitet. Sobald ich irgendwo ein Labyrinth entdecke, bin ich auch schon dabei es abzugehen.

Schlagbaum Makro

Silvester selbst haben wir schön gemütlich, im Scheine des Holzofens, in der Ferienwohnung verbracht. Als Essen gabs ein leckeres, vielfältiges Abendbrot. Mit besagten Freunden haben wir vor drei Jahren begonnen, vor Mitternacht auf das vergangene Jahr zurück zu blicken. Was war schön, was war nicht so doll. Was hat uns bewegt. Und was erwarten und erhoffen wir vom neuen Jahr. Jeder erzählt von sich und seinen Erlebnissen und den Dingen, die ihn beschäftigen. Das ist sehr spannend und persönlich. Für mich die tollste Art, ein Jahr abzuschließen und ein neues zu beginnen!

Um Mitternacht war es in dem kleinen Ort verhältnismäßig ruhig: nur das Nachbarhaus hat geknallt. Für Mina wars trotzdem schon genug und sie hat sich vor Angst verkrümelt. Ich hab sie dann unter meine Bettdecke gepackt (ein hochheiliger Ort, an den sie sonst niemals nie darf) und nach ein paar Minuten hat sie sich wieder beruhigt.

Als dann ein Freund seine Gitarre rausholte und eine Freundin dazu anfing zu singen, spätestens da war Mina wieder entspannt. Sie starrte auf die Gitarrenspielenden Finger und war der beruhigteste Hund der Welt.

Tja, und dann ging beim Haus gegenüber die Haustür auf, ein Mann trat heraus. Er nahm sein Gewehr und schoß drei- oder viermal in die Luft. Drehte sich um und ging wieder ins Haus. Wir waren für einen Moment sprachlos. So was hat noch keiner von uns gesehen. Sehr skuril und etwas beängstigend...

Am Neujahrstag sind wir zu einem langen Spaziergang gestartet. Die Sonne lachte vom Himmel und glitzerte auf der fast geschlossenen Schneedecke:

Spaziergang Neujahr Silvester Schnee Vulkaneifel

Spaziergang Neujahr Silvester Schnee Vulkaneifel

Spaziergang Neujahr Silvester Schnee Vulkaneifel

Spaziergang Neujahr Silvester Schnee Vulkaneifel

Leider war dann die Zeit auch schon wieder rum. Noch einen letzten gemeinsamen Kaffee und ich musste mit Mina wieder zurück. Die anderen sind noch bis Samstag geblieben, aber mich rief die Arbeit...

Doch vorher werft bitte noch einen Blick in unser dezent lila-farbenes Schlafzimmer:

Eifel lila

Hier stimmte alles. Die Wände passten zur Bettwäsche passten zu den Kissen passten zur Deko passten zu allem in lila. Wer drauf steht, dem gefällt das bestimmt ;-) Die Ferienwohnung an sich war sehr stimmig eingerichtet und gestrichen. Alles passte irgendwie zu allem. Aber sie war super ausgestattet mit Holzofen und allem, was das Herz begehrt!

So, und nun kommen wir zum Ende. Kaum war ich am Freitag in der Arbeit angekommen, konnte ich auch fast schon wieder umdrehen. Irgendein Virus oder so was hat mich angefallen und mich bis heute Morgen lahmgelegt. Seitdem gehts langsam wieder aufwärts...

In diesem Sinne: ich wünsch euch einen schönen Start ins neue Jahr! Ich freu mich schon sehr auf die vor uns liegenden, völlig unbeschriebenen Tage!



Kommentare:

  1. Oh Frauke, das klingt nach einem so schönen Silvesterabend! So würd ich ihn das nächste mal auch gern verbringen! (Außer der Part mit dem Mann mit dem Gewähr, das klingt doch ein wenig befremdlich...)
    Lieben Gruß! :)

    PS: Hat meine Karte dich eigentlich noch erreicht?

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    1. Oh, ja! Sie hat mich noch erreicht! Bei all dem ganzen Weihnachts- und Silvesterwirbel hab ich scheinbar das DANKE sagen vergessen....
      Deshalb an dieser Stelle: einen ganz lieben Dank für deine tolle Karte! :-*

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  2. In der Eifel war ich noch nie, würde aber gern mal hin. Vielleicht im Sommer oder Herbst zum Wandern. Da könntest du mir mal erzählen, wo du warst und welche Wohnung das war.

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    1. Klar, such dir raus und schick es dir dann per Email :-)

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  3. Ingrid, die Bastelmaus5. Januar 2015 um 09:53

    Wie gut, dass Dich der Virus erst NACH Silvester erwischte! Es wäre doch ein Jammer gewesen, diese schöne Begebenheit verpasst zu haben! Dein Arbeitgeber sieht oder sah das evtl. ein bisschen anders, aber hin und wieder darf man ja auch ein wenig schadenfroh und egoistisch sein, oder???
    LG Ingrid

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    1. Jau, das stimmt! An Silvester wäre echt überhaupt nicht doll gewesen!
      Und so wars zwar doof mit der Arbeit, aber ging halt nicht anders. Ab heute bin ich ja wieder am arbeiten!
      Liebe Grüße,
      Frauke

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  4. Die Tradition, dass jeder vom vergangenen Jahr erzählt, finde ich großartig. So schön persönlich!
    Und Vulkane sind toll, ne? Ich stand vor 2 1/2 Jahren auf dem Ejafjalla... Dings. Du weißt schon, der in Island. Noch handwarm! :) Das wünscht man sich dann für den in der Vulkaneifel eher nicht so bald...

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    1. Wow, noch warm?! Krass! Und ich war in der Vulkaneifel, wo seit Millionen Jahren nix warmes aus der Erde kam, schon geflasht... So ein Vulkan ist echt beeindruckend!
      Liebe Grüße,
      Frauke

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  5. Ui das hört sich wirklich sehr spannend an mit dem Vulkanbesuch. Und die Landschaft sieht herrlich aus,dort hätte ich auch so einige Spaziergänge unternehmen können :-) Ich hoffe es geht dir bald wieder besser...
    Liebe Grüsse Alizeti

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    1. ...ich wäre auch sehr gern noch dort geblieben...
      Mir gehts seit gestern schon wieder besser und heute war ich auch schon wieder arbeiten.
      Wünsch dir einen schönen Abend!
      Liebe Grüße,
      Frauke

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  6. Jaa.. Vulkaneifel kommt von Vulkan. Ich muss dann immer an Schulunterricht denken, da war das großen Thema. In der Grundschule glaub ich. Im Erdkundeunterricht (ich hab offensichtlich ein Gedächnis wie ein Elefant, gg).
    Das sieht toll aus. Nur zu dem Zimmer sch ich jetzt mal nix :-)))) Mein Opa hätte gesagt: Lilla - Omas letzter Versuch :-)
    Lg

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    1. Nee, echt?! In der Schule?! Da hatten wir so was nicht. Zumindest erinnere ich mich da nicht dran...
      Jaja, lila ist die Farbe der sexuellen Frustration, oder wie war das ;-) ?
      Liebe Grüße,
      Frauke

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  7. Toller Post! Das klingt wirklich super! Ich will auch dahin!

    Und der Mann mit dem Gewehr hätte mich nicht sonderlich geschockt, denn ich habe auch ein paar Jahre in einem Dorf gelebt und so einiges Merkwürdiges erlebt. ;-)

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ja, dich kann ich mir in der Gegend auch sehr gut vorstellen :-)
      Dörfer haben schon ihre eigenen Kulturen, nicht wahr?!
      Liebe Grüße,
      Frauke

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  8. Ein wunderbarer Silvester-Bericht, bei dem mir auch Mitte Januar warm ums Herz wird... es klingt wirklich klasse... und deine Bilder sind ein Traum... so schön, anzusehen... bisher hatte ich nicht wirklich das Bedürfnis, die Eifel kennen zu lernen... jetzt schon... und dieser Mann: so lange er "nur" in die Luft geschossen hat... vielleicht sein Ritual, mit dem Jahr abzuschließen (und billiger als Silvester-Böller allemal) - das mit dem Virus ist ärgerlich... aber wie schon gesagt wurde: besser nach als an Silvester!!

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Ich freu mich über jedes liebe Wort von euch :-)