Freitag, 21. August 2015

Wie gehe ich auf einen fremden Hund zu?

Aus aktuellem (leider mehrfachem) Anlass verfasse ich die nun folgenden Zeilen.

Stellt euch folgende Situation vor. Mina und ich sitzen irgendwo in der Sonne. Wahlweise im Park, im Café, an irgendeinem Ort dieser Welt. Und ihr und eure evtl. vorhandenen Kinder steht ein Stück entfernt, erblickt die euch bis hierhin unbekannte Mina und beschließt, dass sie so süß und wuschelig ist, dass ihr dieses vermeintlich lebendig gewordene Spielzeug gerne streicheln möchtet.

Mina wie gehe ich auf einen fremden Hund zu Verhalten Kind Erwachsener


Was tut ihr?

Folgende Dinge tut ihr bitte nicht und auf gar keinen Fall und wirklich niemals nie:
  • von hinten auf Mina zugehen und ohne ein Wort zu sagen einen Streichelversuch wagen
  • an Mina vorbeigehen und im Vorbeigehen eure Hand über ihr Fell streichen lassen
  • auf Mina zugehen und ihr ohne Vorwarnung die Hand ins Gesicht strecken um ihr über den Kopf zu streicheln
  • mit Essen in der Hand auf Mina zugehen und es ihr einfach hinstrecken
  • euer Kind von hinten auf Mina "loslassen" und dem Kind zureden, den Hund unbedingt zu streicheln
  • mit eurem Kind zusammen auf Mina zugehen, fragen, ob Mina Kinder mag und dann dabei zusehen, wie euer Kind Mina haut 
  • gleiche Situation, nur ohne Hauen, dafür versucht euer Kind ihr Fell auszureissen
  • euer Kind mit einem Ball ausstatten und das Kind mit dem Ball gezielt nach Mina werfen lassen

Das mag alles total bescheuert und an den Haaren herbeigezogen klingen. Ist es aber nicht.

Es gab in den vergangenen Wochen mehrfach genau diese Situationen.

In den Momenten mit den Erwachsenen-Begegnungen jeweils mit dem Endresultat, dass man mir lautstark erzählen wollte, mein Hund würde versuchen zu beißen, obwohl die Person selbst natürlich völlig unschuldig sei. In den Situationen mit den Kindern schleichen sich Eltern plus Kind leise und ohne Ermahnung an das Kind davon und natürlich auch ohne entschuldigende Worte in unsere Richtung, während ich allmählich lauter werde, weil man meinem Hund weh tut.

In Anwesenheit von Kindern ist Mina sehr tolerant und sie hat bisher noch nie nach einem Kind geschnappt. Zumindest bisher. Schließlich ist sie ein lebendiges Lebewesen und wenn es ihr zu gefährlich/unübersichtlich mit den fremden Händen wird oder ihr zu oft Fell ausgerissen oder sie mutwillig mit Bällen beworfen wird, lege ich nicht die Hand dafür ins Feuer, dass sie nicht irgendwann mal schnappt. Und in dem Moment würde ich sie sogar verstehen. Sie ist KEIN Spielzeug. Sie ist ein Lebewesen, das Schmerzen und auch Angst empfinden kann. Und genau das kann irgendwann einmal zu einem Schnappen führen, wenn der Gegenüber so völlig unüberlegt handelt.


Deshalb meine dringende und sehr ernstgemeinte Bitte:

Wenn ihr oder euer Kind unbedingt einen wildfremden Hund streicheln möchtet, fragt aus geeigneter Entfernung erst den Hundebesitzer, ob das OK ist. Wenn der das bejaht, fragt, wie ihr euch am besten verhaltet. Er kennt seinen Hund am besten und weiß, was der Hund mag bzw. duldet und wo er garantiert fuchsig wird. Jeder Hund hat bestimmte Handlungsweisen und Situationen, die er verabscheut und dementsprechend darauf reagiert. (So wie jeder Mensch auch.) Klärt deshalb erst mit dem Hundebesitzer ab, ob der betreffende Hund in dieser Situationen gestreichelt werden darf.

UND: Wenn ihr euch mit eurem Kind nähert, tut das nur, wenn ihr absolut sicher seid, dass euer Kind den Hund weder schlagen, noch ihm Fell ausreißen möchte!

Mina wie gehe ich auf einen fremden Hund zu Verhalten Kind Erwachsener


Kommentare:

  1. Liebe Frauke,

    danke für diesen Post! Ich mache auch immer wieder die Erfahrung, dass Menschen oftmals total unbeholfen auf einen Hund zugehen und nicht nachvollziehen können, wenn der Hund es nicht mag, wenn der fremde Mensch in seinen "Privatbereich" eindringt. Dann ist natürlich der Hund schuld. Aber ich habe die Erfahrung gemacht: Hunde, egal welcher Rasse (und ich mag ja die "starken" Rassen), sind nie schuld, sie reagieren nur.

    Liebe Grüße
    Nicole

    PS: Ich habe versucht, dieses Kommentar nicht mit meinem Googlekonto, sondern mit Name & URL einzugeben, das Captcha-Monster kam und es hat nicht funktioniert. Ich konnte auf diesem Weg nicht kommentieren.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Nicole!
      Das hast du genau treffend in Worte gefasst! Danke!
      Und danke auch, dass du des Test mit dem Captcha-Monster gemacht hast. Es ist mir wirklich ein Rätsel und es war mir überhaupt nicht bewusst, dass dort etwas zwischengeschaltet ist. Wie ärgerlich! Falls du einen Weg findest, das Ding bei dir auszuschalten, sag mir bitte Bescheid :-)
      Liebe Grüße!
      Frauke

      Löschen
  2. Die arme Mina! Das sind dann die Kinder, die früher oder später gebissen werden und dann Angst vor Hunden haben. Unfassbar, was du da beschreibst.
    Liebe Grüße, Kirsten

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, und genau das möchte ich natürlich nicht. Weder, dass die Kinder gebissen werden, noch dass sie Angst vor Hunden entwickeln... Ich hoffe auf die Vernunft der Eltern mit einem positiven Beispiel voran zu gehen...
      Liebe Grüße!
      Frauke

      Löschen
  3. Hmm, ich halte Hunden normalerweise erst mal die Hand hin, und gucke, wie sie (und der Besitzer) dann reagieren. Das mache ich aber auch nur, wenn der Hund sowieso auf mich zukommt. Ich würde nie auf die Idee kommen, von selbst auf einen fremden Hund zuzugehen. Wobei ich verstehe, wenn es Kindern da anders geht. Da sind Eltern dann wirklich in der Pflicht, wie du schon sagst.

    Liebe Grüße
    Nele

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei mir kam auch das Captcha-Monster, aber ich habe es besiegt! Aber es war komisch...

      Löschen
    2. Klar, wenn ein Hund auf dich zukommt (und nicht umgekehrt) und offensichtlich neugierig interessiert ist, dann ist Hand hin halten immer super! Schließlich begrüßt man sich ja erstmal, bevor man sich streichelt. Und gerade Hunde gehen ja so sehr über den Geruch!
      Super, dass du das Captcha-Monster besiegt hast! Leider wusste ich bis zu euren Rückmeldungen gar nicht, dass eines dazwischen geschaltet ist. In meinen mir möglichen Einstellungen habe ich seit langem alles deaktiviert... Ich halte die Augen nach einer Lösung offen...
      Liebe Grüße!
      Frauke

      Löschen
  4. Oh, wie gemein ist das denn, den Hund zu hauen! Das sind wirklich Ungeheuerlichkeiten, die Dir passiert sind.
    Glücklicherweise habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass die Kinder mich fragen, ob sie Ninja streicheln dürfen. Sie ist zwar klein und knuffig, aber wenn jemand grob wäre, würde sie sicherlich schnappen (Reflex). Das kann man einem Hund auch nicht verübeln.
    Ich reagiere genauso, wenn man mir weh tut. Ich beiße zwar nicht, aber Hände und Füße können sich auch reflexartig bewegen, ohne dass ich das möchte.
    Hoffentlich triffst Du zukünftig auf nettere, einsichtigere Leute.

    Liebe Grüße,
    Vera

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist super, dass es auch Kinder gibt, die erstmal fragen! So sollte es ja auch sein... Aber da hängt halt immer viel von der Erziehung der Eltern ab...
      Und klar, Reflexe sind nun mal da, um uns selbst zu schützen. Und wenn uns (sprich auch: unseren Hunden) weh tut, dann reagiert jeder erstmal reflexartig!
      Ich hoffe auf zukünftig vernünftigere Leute!
      Liebe Grüße!
      Frauke

      Löschen
  5. Manche Menschen sind einfach nur dumm. Einer meiner Hunde mag leider gar keine fremden Menschen, egal ob groß oder klein. Leider sieht sie sehr niedlich aus mit ihrem Bärtchen und kann extrem süß gucken. Auch die Worte: Der Hund möchte nicht angefasst werden, sie mag keine Fremden........stößt auf taube Ohren.
    Die Antwort die ich dann immer bekomme ist: Ein Hund der so niedlich gucken kann, kann doch nicht beißen.
    Was soll man denn zur Abschreckung tun? Maulkorb, Augenbinde (damit sie nicht mehr niedlich guckt). Ich hasse das wie die Pest, und sehe zu das ich solche Begegnungen vermeiden, denn am Ende sind ich und mein Hund die doofen. Und wenn Erwachsene schon so bescheuert sind, wie wollen sie das denn Kindern vermitteln?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Au mann! Als wenn man nicht beißen kann, wenn man sich bedroht fühlt... Klingt total, äh, logisch...
      Und hinterher sind immer Hund + Halter Schuld...
      Eigentlich sollte es zu einem normalen, höflichen Umgang zwischen Menschen, aber auch zwischen Mensch und Tier gehören, dass man die jeweiligen Grenzen zum Privatbereich respektiert und achtet!
      Und aus den Kindern dieser ignoranten Erwachsenen werden dann irgendwann entweder Hundehasser oder total verängstigte Menschen, die schon schreiend wegrennen, wenn ein Hund nur auf der selben Bürgersteigseite geht.
      Echt blöd und so überflüssig!

      Löschen
  6. Liebe Frauke was für ein toller Beitrag. Hoffentlich lesen den viele viele Leute und nehmen in sich zu Herzen!! Aus der Erfahrung mit meinem Mami uhrem Hund weiss ich, dass einige Leute einfach vollig unverantwortlich auf einen Hund zugehen (und sich dann wundern, wenn dieser schnappt oder knurrt oder was auch immer...)
    Ich hoffe, dass der Mina von nun an nur noch gut erzogene Menschen (Erwachsene wie Kinder) begegnen!
    Liebe Grüsse Alizeti

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Alizeti!
      Mir ist bei manchen Menschen echt ein Rätsel, wie die auf die Verhaltensweisen gegenüber Tieren kommen...
      Zum Glück haben wir gestern sehr viele sehr positive Erfahrungen am Hundestrand gemacht :-)
      Ich drück deiner Mama und ihrem Hund die Daumen und Mina und mir natürlich auch, dass die Menschen irgendwann mal etwas vernünftiger vorgehen...
      Liebe Grüße,
      Frauke

      Löschen
  7. Ich denke auch den Beitrag sollten ganz viele mal lesen! Schöner Post Frauke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, liebe Nina! Ich hoffe sehr, dass die unvernünftigen Menschen irgendwann ein wenig vernünftiger werden...

      Löschen

Ich freu mich über jedes liebe Wort von euch :-)