Montag, 25. Juli 2016

Zurück aus Schweden - ein Rückblick beginnt mit der Anreise

Nach drei Wochen Schweden melde ich mich im Alltag zurück. Das Ankommen fällt mir zugegebenermaßen recht schwer. Die Zeit war einfach zu schön und naturnah und voller toller Momente und Erfahrungen.

Mein Freund, Mina und ich sind mit meinem VW Caddy und der Campingausrüstung gestartet. Letztes Jahr waren Mina und ich damit schon mal für 3,5 Wochen unterwegs und dementsprechend wussten wir, was mit muss und was nicht. Im Frühling haben wir ein Probecamping-Wochenende zu dritt ganz klassisch im nahen Sauerland an einem abgelegenen Campingplatz absolviert, um zu sehen, ob es auch zu dritt passt und wo die Ausrüstung angepasst werden müsste.

Ausgestattet mit einer Straßenkarte im Maßstab 1:800.000 und der groben Erwartung an einen netten Urlaub in einem bis dahin unbekannten Land ging es los. Als grobe Richtung hatten wir uns Süd- und Mittelschweden überlegt. Viel mehr Planung gab es fast nicht. Ein paar grundlegende Infos über Schweden haben wir uns u. a. hier gesucht. Auch über die notwendigen Unterlagen in Bezug auf Mina habe ich mich informiert. Wir wollten uns von unserem Bauchgefühl und der jeweiligen Tagesstimmung leiten lassen und so spontan von einem Ort zum anderen fahren. Klar, einige Wanderwege und ihre Routenverläufe hatten wir uns vorher schon mal angesehen, weil wir ein paar Tage mit Rucksack und Sack und Pack los in die Natur wollten. In letzter Minute wanderte noch ein (etwas älterer, aber wie sich herausstellte top zu gebrauchender) Reiseführer von Dumont aus der Bücherei mit in unser Urlaubsgepäck.

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1. Urlaubsabend in Maribu (Dänemark) am Campingplatz

Und, schwups, kaum sind wir voller freudiger Erwartungs-Hibbeligkeit am frühen Samstagmorgen gestarten, schwups, sind drei Wochen rum und ich schwärme in einer Tour von dem ach-so-tollen-Land! Sehnsüchtig denke ich seit unserer Rückkehr vor 3 Tagen an die Zeit on-the-Road zurück und könnte direkt wieder losstarten. Dank der schwachen schwedischen Sonne bin ich ganz langsam ganz gut braun (Wenn ich schon mal keine Sonnencreme brauche, heißt das echt was! So braun war ich ernsthaft noch nie!) und meine Haare immer blonder geworden. Heute sprachen mich gleich mehrere Leute an, dass ich nun auch optisch als Schwedin durchgehen würde :-)

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In den drei Wochen hatten wir bewusst kein Internet dabei. Wir haben es nur einmal widerwillig ganz kurz aktiviert, weil wir einen Stellplatz nur online per paypal bezahlen konnten. Nachdem das erledigt war, wurde das Datenroaming direkt wieder deaktiviert, ohne auf Whatsapp- oder Instagram-Benachrichtigungen zu achten. Deshalb erfahre ich erst nach und nach, was sich hier die letzte Zeit  ereignet hat. Wie Gesa so passend schrieb, ist es manchmal ganz nützlich, von dem aktuellen Weltgeschehen eine Weile nichts mit zu bekommen. Von dem Putschversuch in der Türkei habe ich erst erfahren, nachdem bereits der Ausnahmezustand verhängt worden war. Der Tod von Miriam Pielhau hat mich auch erst jetzt erreicht. Wer nun letztendlich die EM gewonnen hat, weiß ich bis heute nicht und es interessiert mich ehrlich gesagt genauso wenig, wie es die bisherigen EM´s der Fall war. Drei Wochen ohne all die großen und kleinen Katastrophen auf dieser Welt zu verbringen ist echt mal schön. Zumal ich diese Zeit in einem sehr weitläufigen Land mit meist echt entspannten Menschen verbracht habe (sofern ich Menschen überhaupt gesehen habe). Natürlich bewegen mich die großen Ereignisse auch im Nachhinein noch, aber so etwas wie Pokemon ist mir dann doch ziemlich egal. Und mal ehrlich, wenn ich im Urlaub direkt davon erfahren hätte, wären die Dinge auch nicht anders verlaufen. Nur hätte ich einen unentspannteren Urlaub gehabt, der mit wesentlich mehr Sorgen als nach frischem Trinkwasser und einer möglichst warmen Dusche gesegnet gewesen wäre.

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Maribu ist ein sehr kleiner, aber beschaulicher Ort

Doch bis es zu einer Sorge um zu knappes Trinkwasser kommen konnte, mussten wir erst mal nach Schweden kommen. Wir haben uns für eine Überfahrt mit der Fähre ab Fehmarn bzw. Puttgarden - Rodby, um nach Dänemark zu kommen, entschieden. In Maribu haben wir eine Nacht verbracht und sind dann über die Öresundbrücke nach Schweden eingefahren. (Das Kombiticket, das wir für beide Fahrten brauchten (also Fähre + Brücke), gilt zum Glück länger als den Kauftag. Um flexibel bei den einzelnen Tagesetappen und auch bei der Rückreise zu sein, haben wir die etwas höhere Gebühr in Kauf genommen und das Kombiticket erst direkt vor Ort gekauft, statt es vorher ein klein wenig preisgünstiger online zu erwerben.)

Die Fotos der Anreise habe ich bereits oben angefangen in den Text mit einzubauen. Das Panoramabild des Sonnenunterganges habe ich euch bis hierhin aufgespart. Das Bild ist komplett ohne Filter und ohne jegliche Nachbearbeitung. Die Stimmung des Abends war genau so, wie es auf dem Foto rüberkommt.

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Und so sollten auch die kommenden Wochen letztendlich werden. Viel Wasser/Seen, viel Natur, viel blauer Himmel, aber auch einige Wolken. Die Höhe der Wolken fing bereits hier an sich zu verändern. Während sie bei uns häufig sehr flach, aber dafür flächendeckend in Erscheinung treten, sind die Wolken weiter nördlich viel höher, 3D-mäßiger und ziehen meist so schnell ab, wie sie kommen. Ein Regenschauer ist damit gar nicht mehr so schlimm, weil er nach einiger Zeit bereits wieder weitergezogen ist. Und so richtig dunkel wurde es ab hier auch nicht mehr. Midsommar liegt noch nicht so lange zurück und deshalb sind die Tage noch sehr lang bzw. die Nächte extrem kurz.

Doch das war ja erst der erste Tag. Am nächsten Tag fuhren wir dann über die 7.845 m lange Öresundbrücke nach Schweden ein.

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Schweden Urlaub Anreise Öresundbrücke Camping Urlaub mit Hund

Die Länge und Größe der Brücke waren echt überwältigend. Wer nach Schweden reist, sollte unbedingt mindestens einmal über diese Brücke fahren. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, wie lang eine einzelne Brücke sein kann!

Weil es eh auf dem Weg lag, haben wir kurz in Malmö gehalten. Doch die Stadt war uns zu trubelig und zu städtisch und so fuhren wir bald weiter. (Wir hatten übrigens vorher schon gehört, dass man in Schweden so ungefähr alles mit Kreditkarte bezahlt. Und so war es auch: selbst der Parkscheinautomat funktionierte nur mit selbiger.)

Während wir uns einfach ein bißchen auf kleineren Straßen parallel zur südlichen Küste treiben ließen, stießen wir irgendwann kurz vor Ystad auf einen Parkplatz. Versehen mit Meerblick und nichtstinkendem Dixiklo. Hier standen noch andere Camper und deshalb hielten wir an. Mit dem Jedermannsrecht im Hinterkopf sich das erste Mal einfach irgendwo hinzustellen, war dann schon recht aufregend :-) Zu Fuß gingen wir ein wenig am Strand und an der Küste entlang und stießen nach nur wenigen hundert Metern auf einen anderen Parkplatz. Ebenfalls versehen mit Meerblick und nicht stinkendem Dixiklo. Aber auch mit Feuerstelle, Sitzbank und ohne andere Camper. Nach einem Umparken des Autos haben wir es uns dann entspannt gemütlich gemacht und ein mitgebrachtes Bier getrunken (die Schweden haben zwar auch Bier, aber das im Supermarkt erhältliche ist dann doch recht wässrig.)

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Ich fahre ja echt gern mal Auto, aber es ist kein Hobby von mir und strengt mich nach einiger Zeit wirklich an. Umso chilliger war es, hier am Meer zu sitzen, das Rauschen der Wellen in den Ohren, die Wärme der Sonne auf der Haut und dabei ganz langsam zu realisieren, dass das hier ECHT ist.

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Während mein Freund Feuerholz suchte, habe ich etwas Yoga gemacht. Das hat mir das Hier-&-Jetzt gleich nochmal näher gebracht und die vom Autofahren verspannten Muskeln ordentlich gelockert. Yoga mit Meerblick hilft gleich doppelt! 

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Ein bißchen mulmig war mir auf dem Parkplatz schon. Ich hatte mal gehört, dass es in den letzten Jahren vermehrt Überfälle auf Camper gegeben hat. (Hinterher habe ich übrigens erfahren, dass die vermehrt an der E6 stattfinden und dort haben wir nicht einmal übernachtet.) Doch dann fuhr ein junges Ehepaar auf Elternzeit mitsamt Baby und Wohnwagen auf den Parkplatz. Meine Angst war damit so gut wie gebannt und wir genossen unseren ersten schwedischen Abend.

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So, das waren ein paar erste Gedanken und die Anreise. In der kommenden Zeit werde ich euch weiter von unserer Tour berichten, die mir nachhaltig im Kopf bleiben wird. Die ganzen Eindrücke werde ich erst nach und nach verarbeiten und bereits jetzt merke ich erste Veränderungen. Nach 3 sehr naturverbundenen Wochen stehe ich in meiner 1,5-Zimmer-kleinen-Innenstadtwohnung und beschaue mir meinen Haushalt. So vieles erscheint mir plötzlich überflüssig und als unnützer Balast, der Staub ansetzt.

Ihr seht, die drei Wochen Schweden werden mich noch länger beschäftigen. Und da freu ich mich auch irgendwie schon drauf :-)


Hier seht ihr eine Übersicht unserer kompletten Reise:



Die Tage folgt die (wahrscheinlich ebenso lange) Fortsetzung :-)


Hier findet ihr alle Berichte:

Kommentare:

  1. Ingrid, Bastelmaus ile26. Juli 2016 um 08:39

    Wieder daheim? Herzlich willkommen!
    Kaum zu glauben, dass die 3 Wochen schon wieder rum sind.
    Wie schön, dass Ihr einen so erholsamen Urlaub verbringen konntet.
    Danke für den Reisebericht und die tollen Fotos, bin schon sehr gespannt auf Weiteres
    LG Ingrid

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    1. Hallo liebe Ingrid! Ja, ich bin(leider ;-) )wieder daheim!
      Liebe Grüße, Frauke

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  2. http://m.wikihow.com/Add-a-Marker-in-Google-Maps

    Probier das doch mal liebe Frauke. Das bisschen Englisch sollte kein Problem sein.

    Lg

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    1. Danke schön! Das hat super geholfen! :-)

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  3. Liebe Frauke, ich habe so oft an euch gedacht. Du hast nämlich schon gefehlt in der Internetwelt :-) Aber es ist auch absolut verständlich, dass ihr bewusst Internetfrei sein wolltet. Und Hut ab, dass ihr es geschafft habt. Ich glaub ich könnte es nicht... (während meiner reise werdet ihr bei Instagram bestimmt viele viele Bilder zu sehen bekommen ;-)
    Danke für deinen ersten Bericht. Für mich ist es besonders shcön, da ich im Oktober ebenfalls nach Schweden reisen werde. Im übrigen gehts für mich unter anderem auch nach Malmö :-D Hoffentlich ist es mir dann nicht zu "voll" Aber da ich ja alleine reisen werde, ist dies gar nicht so verkehrt und auch in Malmö finde ich bestimmt ruhigere Plätzchen.
    Ich bin schon sehr auf deine weiteren Berichte gespannt!
    Liebe Grüsse Alizeti (die bald die Ziele ihrer Reise lüften wird)
    P.S.:Danke für den Kreditkartentipp! :-)

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    1. Liebe Alizeti!
      Das liest man doch gern, dass man vermisst wird :-)
      Das mit der internetfreien Zeit hatte ich letztes Jahr schon probiert, als ich allein unterwegs war. Aber allein ist es dann doch nochmal anders und so griff ich dann doch hin und wieder zum Smartphone. Doch diesmal hat mir mit Begleitung und in der tollen Natur (eh meist ohne Empfang) nix gefehlt.
      Hui, nach Malmö gehts für dich :-) Ich bin auf deinen Bericht gespannt! Jeder nimmt ja eine Stadt völlig anders wahr und wer weiß, wie du sie siehst!
      Liebe Grüße! Frauke

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  4. Liebe Frauke, schon vorgestern habe ich Dir hier kommentiert aber leider (das muss ich mir jetzt endlich mal merken)klappt es über das Handy nicht, obwohl ich meine Nachricht verschicken kann.
    Schweden gehört auch zu meinen Top 5 der Ziele die ich gerne mal bereisen möchte, von daher freue ich mich sehr über diesen Beitrag und freue mich auf viele weitere. Vielen lieben Dank! Und ich stimme Alizeti zu, meinen Respekt zur internetlosen Zeit hast Du nämlich auch, ich könnte das nicht, und möchte das auch gar nicht glaube ich. Dennoch wäre es mal interessant so ganz ohne.
    Ich freue mich dass Du einen schönen und erholsamen Urlaub hattest und somit auch Kraft tanken konntest für die Zeit danach.
    Alles Liebe, Nina

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    1. Liebe Nina!
      Wie ärgerlich, dass das über Handy nicht klappt und immer wieder Kommentare von dir verschwinden, ohne dass sie hier auftauchen oder irgendwie im Hintergrund hängen bleiben :-/
      Super lieb, dass du es nochmal probierst!
      Schweden kann ich wirklich nur sehr empfehlen :-)
      Dir wünsch ich nun auch einen tollen Urlaub!
      Ganz liebe Grüße, Frauke

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  5. Toll, deine Bilder! Vor allem die Panoramen! Klingt nach einer großartigen Zeit. Ich habe auch beschlossen, etwas weniger im Internet präsent zu sein, Eilmeldungen wenn möglich zu ignorieren. Es belastet nur und man kann sowieso nichts daran ändern. Beim EM-Finale war ich Bouldern. ;-) Aber mir fällt es noch schwer, weil ich so gern auf Twitter bin und da lässt es sich schwer ausblenden. Mal sehen, wie ich in Zukunft damit umgehe. Ich freue mich jetzt erst mal auf weitere Urlaubsfotos!
    Liebe Grüße
    Nele

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    1. Liebe Nele!
      Danke schön :-) Ich bin mittlerweile auch großer Fan von den Panoramen :-)
      Super, dass du beim Finale Bouldern warst!
      Hier in der "Zivilisation" und im Alltag fällt mir der Internetverzicht auch schwerer, aber ich merke, dass ich seit dem Urlaub viel weniger online bin als noch vorher. Das tut echt gut! Ich bin gespannt, wie du es in Zukunft handhaben wirst!
      Liebe Grüße, Frauke

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Ich freu mich über jedes liebe Wort von euch :-)