Donnerstag, 8. Dezember 2016

Schwedenrückblick - der letzte Teil ...seufz...

Heute nehme ich euch mit auf die letzten 6 Tage unserer dreiwöchigen Schwedenreise. Beim letzten Rückblick endeten wir auf einem sehr idylisch gelegenen Campingplatz in der Nähe von Norebyn. Morgens lachte uns die Sonne an, während wir sehr entspannt mit Blick auf den blauen See vor uns frühstückten.

Nach dem Einpacken ging es los. Seit einigen Tagen bewegten wir uns ganz grob Richtung Süden, sprich der Heimweg war mehr oder weniger schon angetreten. Und so fuhren wir auch heute in südliche Richtung weiter.

Während wir so fuhren, kamen wir an einem Aquädukt vorbei. Kurzentschlossen hielten wir an dem dazugehörigen Parkplatz und schauten uns das beeindruckende Bauwerk näher an. Es ist eine Kombination aus Wasserstraße, Eisenbahnbrücke und Autoverkehr:

Haverud Aquädukt Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer

Von hier aus ging es weiter Richtung Vänernsee. Dort waren wir ja schon mal an der nördlichen Küste. Nun hatte der weltbeste Beifahrer in dem etwas älteren Reiseführer den an der westlichen Küste gelegenen Schärengarten namens "Yttre Bodane" entdeckt.

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Yttre Bodane Nationalpark

Landschaftlich erinnerte er uns an die vielen vorangegangenen Nationalparks, durch die wir bereits gewandert waren. Viel moosige Untergründe, einige felsige Etappen, viele Blaubeeren (die man natürlich die ganze Zeit in den Mund stecken muss, während man die Natur erkundet) und natürlich Wasser in Form des Vänern. 

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Yttre Bodane Nationalpark

An einer besonders schönen Stelle direkt am See legten wir eine Pause ein, hielten die Füße ins Wasser und verspeisten einige mitgebrachte Nüsse.

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Yttre Bodane Nationalpark

Nach einigen schönen Kilometern in der Natur bestiegen wir das Auto und fuhren weiter zur Westküste Schwedens. Wir hatten schon gehört, dass die Westküste arg touristisch, hochpreisiger und mitunter sehr überlaufen sein soll. Doch nachdem wir die Ostküste so schön fanden, wollten wir auch die Westküste kennenlernen. So verschlug es uns nach Fjällbacka.

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Fjällbacka Westküste

Laut unserem treuen Reisebuch aus der Bücherei soll hier in den Felsen ein Teil von Ronja Räubertochter gedreht worden sein.

Wenn man vorher schon hört, dass die Westküste nicht so das an Schweden ist, was wir bisher gesehen und geliebt haben und dann noch ein bekannter Drehort dort liegt, ja, dann hätte man sich vielleicht denken können, wie VOLL der Ort sein könnte. Hatten wir aber nicht. Glaubt mir, der Ort war sehr voll. Und teuer. Und die Leute waren auch sehr schniecke angezogen. Alles war einfach so ganz anders, als die letzten Wochen.

Als wir an den festgemachten Booten vorbeikamen, saßen dort ein Vater (oder Opa?) mit einem kleinen Mädchen. Die zwei waren sehr vertieft. Sie hielten einfache Holzangeln ins Wasser. Am Schnurende war jeweils eine Wäscheklammer befestigt. Mit denen holten sie ganz eifrig einen Krebs nach dem anderen aus dem Hafenbecken raus. Dass Krebse mit Wäscheklammern gefischt werden war mir neu :-)

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Fjällbacka Westküste

Weil der restliche Ort aber weniger idyllisch war, entschieden wir uns relativ schnell gegen das eingeplante Eis (das natürlich völlig überteuert in einem überlaufenen Laden verkauft wurde) und machten uns stattdessen auf die Suche nach einem ruhigen Platz für die Nacht. Tja, an der überlaufenen Westküste ist das nun nicht ganz so leicht. Wir fuhren bei zwei Plätzen weiter, nachdem wir gesehen haben, wie voll es dort ist und wie teuer die Stellplätze waren.

Als wir schon fast aufgeben wollten, tauchte am linken Straßenrand ein einfach gehaltenes Holzschild auf, das auf einen sehr neu aufgemachten Stellplatz hinwies. Da fackelten wir nicht lange und hielten an. Der Platz war noch so neu, dass außer einer großen Wiese und einem einfachen Spülbecken nicht viel vorhanden war. Die Grillplätze waren im entstehen, die geplanten Klohäuschen noch gar nicht zu sehen. Und frisches Trinkwasser war auch keines vorhanden. Aber es war ruhig und weitläufig und bisher stand nur ein einziges Wohnmobil dort! Also wurden schnell die Wasservorräte gesichtet (bis zum nächsten Morgen sollte es reichen, wenn es richtig eingeteilt würde) und die Anleitung auf dem Holzschild studiert, wie man hier nun genau bezahlt. Als einzige Bezahl-Möglichkeit wurde paypal angegeben. Tja, und so stellte ich zum ersten Mal im ganzen Urlaub mein Internet am Handy an, wartete auf das schwachvorhandene Funksymbol und bezahlte ziemlich neumodern den Stellplatz. Als das erledigt war, stellte ich - zack - das Internet wieder aus, bevor die ganzen Nachrichten der letzten 2 Wochen eintrudeln konnten.

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Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten und der Schlafplatz im Auto hergerichtet war, packten wir den Grill aus und grillten im schönen Sonnenlicht des Abends leckere Spieße :-) Um uns herum war es schön ruhig und so genossen wir den Abend gleich doppelt, nachdem der Abstecher in Fjällbacka auf eine Nacht auf einem überfüllten Campingplatz hingedeutet hatte.

Als es langsam etwas dämmerte (wegen der erst vor kurzem stattgefundenen Mittsommernacht wurde es ja eigentlich gar nicht so richtig dunkel) erkundete mein Freund noch etwas die Gegend. Nach einigen Minuten stand er ziemlich aufgedreht wieder vor mir: er hatte quasi direkt neben uns, dort hinter den Bäumen, riesige Felsen entdeckt, auf die man problemlos klettern konnte!

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Die Felsen sehen hier sehr klein aus, aber in Wirklichkeit waren sie echt richtig hoch und wir konnten unseren Blick über die ganzen umstehenden Bäume schweifen lassen.

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Nach einer schön ruhigen Nacht packten wir schweren Herzens unsere sieben Sachen zusammen. Gerne wären wir noch eine weitere Nacht geblieben, aber unser Trinkwasser war endgültig zu neige gegangen. Die nun folgende Autofahrt war eine ziemliche Irrfahrt. Die grobe Richtung "Süden" behielten wir bei, aber es kamen irgendwie keine schönen Orte, die zum Anhalten einluden. Keine beschaulichen Naturplätze oder süße Eiscafés. Und während wir so fuhren, verfuhren wir uns, obwohl wir ja gar kein richtiges Ziel hatten. An dem Tag war irgendwie der Wurm drin. Das einzige, was uns gelang, war ein Großeinkauf in einem Maxi-Supermarkt. Aber bei der Autofahrt gab es noch nicht mal Campingplatzschilder, wie wir es sonst gewohnt waren. Und so schauten wir uns mehrere auf unserer Schwedenübersichtskarte aus, die dort eingezeichnet waren. Aber die gab es nicht oder wir fanden sie nicht. Irgendwann machte mein Freund sein Fahrradnavi an, das wir für Wander-Verirr-Notfälle eingepackt hatten, und schaute dort nach verzeichneten Stellplätzen. Hiermit klappte es dann irgendwann und wir landeten in Hindas.

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer

Zum Abendessen ließen wir uns typisch schwedisches Essen schmecken: Kotbullar, Kartoffelbrei, angemachte/eingelegte Gurken, Preiselbeeren und Rote-Bete-Salat. Zumindest der Großeinkauf im Supermarkt war also ein riesen Erfolg gewesen :-)

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer

Der See war wieder direkt in nächster Nähe vom Auto. 

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Hindas

Als ich am nächsten Morgen aufwachte und wegen eines dringenden Bedürfnisses die Schiebetür öffnete, stand ich vor einer Nebelwand. Das sah so krass aus! Das Klo-gehen war dann ziemlich fix erledigt, weil ich mir natürlich direkt die Kamera schnappen musste und zum See gegangen bin: 

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Hindas

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Hindas

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Hindas Nebel

Der Großeinkauf im Maxi-Supermarkt hatte leider auch zur Folge, dass man Freund seinen lang gehegten Einkaufstraum umsetzen konnte: es gab Blutpudding. Auch typisch schwedisch. Für ihn angebraten sehr lecker, für mich ein sehr gewöhnungsbedürftiger Geruch am frühen Morgen...

Von hier aus fuhren wir weiter. In Kinna hielten wir für ein zweites Frühstück, bestehend aus Kuchen, an einem süßen Café an.

Die Suche nach einem Stellplatz gestaltete sich auch an diesem Tag als recht schwierig. Dieser westliche Teil von Schweden ist halt wirklich voller, als die sonstigen Bereiche. So fuhren wir an zwei Campingplätzen weiter (...an einem waren sogar Hunde verboten...) und hielten erst in Holsljunga endgültig an.

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Holsljunga Sand Strand

Die lange Fahrt hat sich sehr gelohnt! Bis zum See waren es vielleicht 20 m und der Sandstrand war unübertroffen gut! Das Wasser war die ersten bestimmt 50 m sehr flach und dementsprechend aufgewärmt, was für eine wasserscheue Person wie mich durchaus wichtig ist :-) Mina hatte ihre riesige Freude und tobte durch das Wasser und sprang und holte Stöckchen und schwamm! 

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Holsljunga Sand Strand

Ab mittags haben wir uns am Strand in der Sonne geaalt und das schöne Wetter genossen. Nun ratet mal kurz, wer wohl abends ordentlich verbrannt war und die ersten Anzeichen von einem schönen Sonnenstich hatte? Richtig. Ich. 

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Holsljunga Sand Strand

Aber weil es hier so schon war, beschlossen wir den letzten Tag und die letzte Nacht in Schweden genau hier zu verbringen. Morgens regnete es noch etwas dauerhaft, aber ab mittags kam die Sonne wieder schön raus.

Ja, und nun stand uns wirklich die endgültige Heimreise bevor. Bei Helsingborg setzten wir mit der Fähre über, fuhren durch Dänemark und dann mit der Fähre nach Fehmarn.

An einem ziemlich großen Campingplatz an der Ostsee schlugen wir unser Nachtlager auf. Was war das für eine Umstellung nach den schwedischen Wochen. Die deutsche Sprache, die deutsche Gründlichkeit bei der Anmeldung und die ganzen Verbotsschilder überall. Bezahlen ging natürlich auch nur noch bar und nicht mehr per Kreditkarte. Um dem ganzen noch ein bißchen was schönes abzugewinnen, gingen wir ans Meer. Mit einer Flasche Bier atmeten wir die frische Luft ein, versuchten die Schreie nach "Chantal" und "Kevin" aus Gelsenkirchen (ernsthaft, kein Scherz) zu überhören und genossen den letzten richtigen Urlaubsabend. Nach dem Abendessen wurde ich urplötzlich totmüde und verzog mich zügig ins Bett. Die lange Autofahrt, die zwei Fähren und überhaupt die Schwermut des Urlaubsendes waren irgendwie zu anstrengend für mich gewesen. Als ich nachts noch mal für kleine Mädchen musste, war ich erstaunt, wie dunkel es war. Aber ja, in Deutschland wird es wieder "richtig" Nacht und nicht nur so eine Dämmerung wie in Schweden kurz nach der Mittsommernacht.

Der letzte Tag ist kurz erzählt: wir fuhren die letzten paar hundert Kilometer heim.

Seufz.

Ihr merkt, die drei Wochen waren sehr toll, intensiv, erholsam, einprägsam, erdend und unvergesslich. Ich war danach so braungebrannt, wie noch nie (ein Hoch auf die schwache schwedische Sonne, bei der selbst ich eigentlich keine Sonnencreme brauche!), und mein Haar war so stark ausgebleicht, dass ich mehrmals hörte, ich würde nun original wie eine Schwedin aussehen :-)

Schweren Herzens beende ich hiermit den Schwedenrückblick.

Seufz.

Schön wars! Sehr schön!

Hier seht ihr die gerade beschriebenen Stationen auf der Karte:



Wenn ihr auch so auf Natur, Weite und Erholung steht, dann kann ich euch Schweden wirklich ans Herz legen. Egal, ob ihr mit dem Auto fahrt oder zu Fuß, mit dem Zug oder sonst wie und dann zeltet, es ist wirklich ein großartiges Land! Der Urlaub dort kann sehr günstig sein, wenn ihr, so wie wir fast immer selbst kocht, euch keine Luxus-Stellplätze raussucht und euch einfach viel in der einmaligen Natur aufhaltet.

Ich habe selbst erst einen kleinen Teil davon gesehen und schwärme selbst jetzt 5 Monate später noch genauso, wie kurz nach unserer Heimreise. Und: ich könnte immer noch direkt wieder losfahren!


Hier findet ihr alle Berichte dieser grandiosen 3 Wochen:



Kommentare:

  1. Lustig, Fjällbacka gibts wirklich? Ich habe letztens die Serie: Mord in Fjällbacka geguckt :-)
    Ihr müsstet dringend nach Irland. Ich kann mir vorstellen, da gefällt es euch auch. Hachja... seufz... LG Haydee

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    1. Wie witzig :-) Die Serie kannte ich nicht. Die Schweden haben so coole (Orts-)Namen :-D
      Oh, Irland wäre bestimmt auch genau meines! Aber: nächstes Jahr wird es wahrscheinlich sehr viel südöstlicher werden ;-)
      Liebe Grüße, Frauke

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  2. Hach, so schööön Frauke! Glaub ich Dir blind dass Du gleich wieder los möchtest.
    Einen schönen dritten Advent, LG Nina

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    1. Danke liebe Nina :-)
      Ich werde immer noch ganz schwermütig, weil nach dem letzten Urlaubsrückblicksteil der Urlaub irgendwie endgültig abgeschlossen ist...
      Ich wünsche dir auch einen schönen dritten Advent! Liebe Grüße, Frauke

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  3. Wunderwunderschön!! Das nächste Mal schnappe ich mir auch jemanden mit einem Auto und gehe ins Landesinnere. Diese Landschaften sind einfach unglaublich schön.
    Liebe Grüsse Alizeti

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    1. Das kann ich dir wirklich nur empfehlen: Schweden lohnt sich von seiner landschaftlichen Seite her so sehr! Das würde dir auch sehr gefallen!
      Liebe Grüße, Frauke

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Ich freu mich über jedes liebe Wort von euch :-)