Montag, 2. Januar 2017

Mein 2016 - ein Rückblick auf ein sehr abwechselungsreiches Jahr, wo ich häufig von meinem Weg abgekommen bin und es auch so ganz anders verlief, als ich zu Beginn gedacht hätte


2016 ist rum, 2017 fängt gerade an. So wie schon im letzten Jahr habe ich die letzte Woche überlegt, was war 2016? Was ist alles passiert? Wie bin ich ins Jahr reingegangen, wie bin ich aus dem Jahr rausgegangen? Was habe ich alles erlebt und gesehen? Welche Menschen und welche Momente haben mein Herz berührt? Wann war ich enttäuscht, verletzt oder wütend? Diese Rückblicke helfen mir Veränderungen und Fortschritte wahrzunehmen. Außerdem kann ich so für einen Moment innehalten, die Zeit stoppen und die vermeintlich rasende Zeit anhalten. Indem ich mir bewusst mache, was ich alles erlebt habe, verlängert sich das gefühlt sehr kurze Jahr 2016. Die kleinen Dinge, die das Jahr ausmachen, rücken schnell in den Hintergrund und gehören der Vergangenheit an. Dabei sind es genau diese Momente, die gesammelt eine ganze Menge (meist schöner) Lebenszeit ausmachen.

Jahresrückblick Wald wandern barfußwandern Wanderschuhe Moos Hund Winter Achtsamkeit Entschleunigung

Los gehts also:

In 2016 war ich viel draußen und viel in Bewegung. Gestartet ist das Jahr mit vielen Wanderungen (z. B. hier zum Hohenstein, zur Halde Speckhorn, durch die Haard und die Westruper Heide, von Witten nach Wetter, zur Ruine Isenburg). Um genügend Muskeln dafür zu haben, begann ich mit regelmäßigen Workouts (Youtube sei dank!). Um meine strapazierten Muskeln genügend zu dehnen, machte ich noch häufiger Yoga als in den zwei Jahren davor. Im Sommer schenkte ich mir zum Geburtstag einen Ausleihtag eines Mountainbikes. Als damit das Feuer entfacht war, begann ich die etwas schwierige Suche nach einem eigenen Mountainbike für mich mit sehr kurzen Beinen und dazu im Verhältnis langem Oberkörper. Im Herbst wurde ich fündig und habe seit dem einige Kilometer und Höhenmeter auf meinem ersten eigenen Mountainbike zurückgelegt. Mittlerweile kann ich übrigens drei Treppenstufen am Stück runterfahren!

Während ich von klein auf mit dem Glaubenssatz aufgewachsen bin, dass ich unsportlich bin, habe ich im Laufe von 2016 gemerkt, dass da vielleicht gar nicht so viel dran ist. Am Jahresende kann ich zwar noch nicht tief und fest überzeugt sagen, dass ich sportlich bin, aber ich bin auf einem guten Weg dahin. Derzeit lautet mein Glaubenssatz: "Ich bin ein bißchen sportlich.". Der ist für mein Selbstwertgefühl Gold wert und viel mehr, als ich mir am Jahresanfang erträumt habe.

Außerdem war ich viel in der Natur während der Gartenarbeit im Garten meines Freundes, auf Barfussrunden im Wald und eigentlich so gut wie immer, wenn es irgendwie ging. Den Wald habe ich als wichtigen Rückzugsort für mich manifestiert. Er ist mein Ruhepol, wenn mein Gehirn zu voll ist. In manchen Momenten brauche ich Wasser um zur Ruhe zu kommen. Diese verschiedenen Bedürfnisse habe ich gelernt zu erspüren und dann auch die für mich in diesem Moment passenden Orte aufzusuchen. Die Achtsamkeit hat mir hierbei große Dienste erwiesen!

Es gab aber auch Momente, da war mein Zuhause mein sicherer Ort. Mein Rückzugsplatz, wenn mir die Welt und ich selbst mir zu viel wurden. Mein Alltag unterscheidet sich in manchen Momenten immer noch von einem "normalen" Alltag ohne Depression (was "normal" hierbei bedeutet, bleibt jedem selbst überlassen, aber ich merke einfach, dass die Krankheit einen Einfluss auf mein (Er-)Leben hat). Der Suizid vom Bruder eines Freundes hat mich sehr nachdenklich gemacht und mir gezeigt, wie sehr ich manchmal Angst vor der Angst vor der Depression habe. Im Frühling habe ich gespürt, wie wichtig mir Auszeiten nur mit mir allein sind. Im Sommer hat mich die Depression besucht und ist für einige Wochen geblieben. Ich habe mit Hilfe zweier Notfallstunden bei meiner ehemaligen Therapeutin die Ursachen erkennen und benennen können. Außerdem hat sie mir geholfen Handlungen für die Zukunft abzuleiten. Ich habe viele Schritte nach vorne gemacht, aber auch einige nach hinten. Doch ich habe gelernt, dass diese ok sind. Sie sind ein Teil des Weges und sie gehören dazu.

Dann waren da noch folgende chronologische Ereignisse:

Im Februar wurde ich Patentante eines tollen kleinen Menschen :-) Auch wenn der Kleine in Köln wohnt, werde ich regelmäßig mit Fotos versorgt und wir haben uns auch schon einige Male gesehen und ordentlich miteinander gespielt!

Im Frühling erschienen meine Schwestern und ich in der "Freundin"! Das war ein tolles Gefühl sich selbst in so groß abgelichtet zu sehen und zu wissen, dass den Artikel nun einige Menschen lesen werden :-)

Im Sommer habe ich regelmäßig 5 Minuten mit vermeintlich überflüssigen Beschäftigungen veschwendet und so aus 5 Minuten einen gefühlt viel längeren Zeitraum gewonnen. Zu meinem Geburtstag im Juni habe ich aufgeschrieben, wer ich bin und was mich ausmacht. Dieses sehr bewusste Beschäftigen mit mir selbst war ziemlich aufschlussreich und an einigen Stellen auch überraschend :-) Außerdem ging eine eigentlich sehr enge Freundschaft zu Ende. Auch wenn sich das Ende in den letzten zwei Jahren immer deutlicher angekündigt hat, habe ich gebraucht, um es zu akzeptieren und damit abschließen zu können.

Für Mina und mich als ihre Hundemama war der Herbst die schlimmste Zeit. Ihre Leishmaniose-Diagnose hat uns komplett aus der Bahn geworfen. Es war sehr turbulent mit einigen echt Scheiß-Momente, wo ich dachte, dass sie stirbt. Doch dank der Nahrungsumstellung, der vielen krassen Medikamente und einer ordentlichen Portion Kampfgeist ihrerseits ist sie über den Berg!

Im Oktober hat mich Alizeti besucht und nach ungefähr 3 Jahren Online-Freundschaft haben wir ein paar Tage gemeinsam hier in Dortmund verbracht. Die Zeit war sehr bereichernd für mich und hat mir mal wieder gezeigt, was ich dank des Bloggens für tolle Menschen kennengelernt habe.

Außerdem habe ich den Herbst genutzt, um einige Dinge zum ersten Mal zu tun. Das hat mir geholfen mehr im Hier-und-Jetzt zu sein und die Zeit mal wieder etwas langsamer vergehen zu lassen.

Im November war ich bei einem Kunsttherapie-Workshop-Wochenende für erwachsene Geschwister behinderter Menschen, bei dem es schwerpunktmäßig um die Arbeit mit dem inneren Kind ging. Dieses Wochenende hat mich stark bewegt und viel in mir gelöst. Einiges geschah in meinem Unterbewusstsein und ich habe nur die Kraftanstrengungen gemerkt, die ich brauchte, um endlich einige alte Wunden heilen lassen zu können. Einiges war für mich aber auch greifbar und ich konnte es bewusst be-/verarbeiten. Diese Wochen waren nicht leicht, aber sie waren wichtig. Sehr tiefe Dinge kamen ins rollen und sie bewegen sich immer noch. Ich nehme mich noch ein Stück weit besser wahr und verstehe Zusammenhänge in mir drin noch eindeutiger. Die innere Kindarbeit ist für mich sehr wichtig geworden und hilft mir deutlich weiter. Doch sie ist auch sehr anstrengend und macht mit empfänglich für Verletzungen und Kränkungen. Gerade wenn ich so angreifbar bin, sauge ich jedes negative Wort in meiner Nähe auf und brauche ich viel Nähe, die mir zeigt, dass ich trotz meiner momentanen Schwäche liebenswert bin. Das ist für mich neu. Während ich bis vor einigen Jahren Nähe nur schwer zu lassen konnte, habe ich gerade 2016 gelernt, dass ich sie in vielen Momente brauche. Das Erspüren dieses Bedürfnisses war mir sehr neu, zeigt mir aber auch einen Fortschritt in der Wahrnehmung von mir selbst. 

Über das Jahr geblickt, war es ein sehr schmerzhaftes Jahr. Sowohl meine Frauenärztin als auch mein Zahnarzt haben ordentlich scheiße gebaut, sodass ich über mehrere Monate schmerzhafte und blutige Behandlungen über mich ergehen lassen musste. Nun habe ich beide Ärzte gewechselt. Hier hätte ich jeweils schon viel eher auf mein Bauchgefühl hören sollen, das bereits sehr früh in Alarmstellung gegangen ist. Aber ich wollte die eigentlich harmlos gestarteten Behandlungen noch zu Ende bringen und danach die Ärzte wechseln. Hätte ich da geahnt, wie lange sich das alles hinzieht... Tja, hinterher ist man immer schlauer. 

In 2016 habe ich so wenig gebloggt, wie noch nie, seit es diesen Blog gibt. Aber für mich fühlte es sich tiefer an, persönlicher. Die wenigen Blogposts sprachen mir noch mehr aus dem Herzen und haben mir in vielen Momenten sehr geholfen. Genauso wie eure lieben Kommentare! Vielen Dank für eure Rückmeldungen und Worte! Das Bloggen ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil meines derzeitigen Alltages, genauso wie die Menschen, die ich hierüber kennengelernt habe.

Die Kleidergröße, die ich dank des Antidepressivums mehr bekam und trotz des Absetzens Mitte 2015 nicht verlor, ist im Laufe des Jahres wieder kleiner geworden. Ein Heilpraktiker hat Anfang des Jahres eine ausführliche Darmkur gemacht, um eigentlich etwas anderes zu behandeln. Doch das hat meinen Stoffwechsel endlich wieder angekurbelt und so purzelten über die vergangenen Monat ein paar cm runter. Dank des Muskelaufbaus durch die Workouts sehe ich auf der Waage zwar nicht so viel, aber ich kann endlich wieder ein paar ältere Hosen tragen. Außerdem hatte mir der Heilpraktiker geraten auf reine Kuhmilch zu verzichten, weil mein langsamer Stoffwechsel dadurch zu sehr beschwert wird und es u. a. deshalb zu meinem Heuschnupfen und meiner Hausstauballergie kommt. 11 Monate merke ich es: mein Heuschnupfen war so schwach wie schon lange nicht mehr und meine Hausstauballergie spüre ich nur noch in sehr staubigen Wohnungen und bei zu lange nicht frischbezogener Bettwäsche.

2016 war das erste komplette Kalender-Jahr, das ich mit meinem Freund verbracht habe. Es gab viele schöne Herzensmomente, tolle Erlebnisse und viel zu lachen. Die Tage bzw. Wochen in Einruhr, in Schweden und in Zandvoort waren einmalig und unglaublich erdend.


Alles in allem war mein Jahr vieles. Viel schönes, viel aufregendes, viel schmerzhaftes, viel anstrengendes. Rückblickend wundert es mich fast, dass ich bei all den stark Energie fressenden Momenten nicht komplett den Boden unter den Füßen verloren habe. All die Schmerzen von mir, die Krankheit von Mina, aber auch Unfälle im familiären Umfeld und noch einige Scheiß-Momente, auf die hier nicht näher eingehen möchte. Und doch gab es genügend positive, Energie bringende Momente. Ich habe tolle Freunde, die mir beistehen und die mich verstehen (und wenn sie mich mal nicht verstehen, mich so akzeptieren wie ich bin). Ich habe Familie, die mir wichtig ist.

Nun liegt 2017 vor mir. Ich bin kein Fan von Vorsätzen, die dann nach ein paar Tagen oder Wochen eh über Bord geworfen werden. Aber ich habe ein paar Pläne und Ideen im Kopf, die ich gerne realisieren möchte:
  • noch mehr bei mir sein und mich noch weniger fragen, was mein Umfeld gerade braucht/macht/denkt/fühlt. Dadurch möchte ich meine immer wieder auftretenden Gedankenkreise stoppen und unnötige Kraftanstrengungen in mir drin reduzieren. 
  • weitere negative Glaubenssätze erkennen, benennen und durch positivere ersetzen
  • noch mehr Fokus auf Achtsamkeit (= wahrnehmen ohne zu bewerten) und dadurch einen noch besseren Zugang zu mir selbst finden
  • einen angefragten Kunsttherapieplatz bekommen (der vom Umfeld her hoffentlich auch passend für mich ist) um weitere alte Verletzungen endlich heilen zu lassen
  • mehr auf mein Bauchgefühl hören
  • meine zwei Zähne endgültig in Ordnung bringen lassen 
  • viel Zeit in der Natur verbringen
  • einen Basickurs mit meinem Mountainbike absolvieren
  • mal wieder in einer Kletterhalle klettern gehen
  • mehr Barfussgehen und hierbei vom Fersengang zum Ballengang wechseln (neu angeschaffte Barfusswanderschuhe mögen mich hierbei unterstützen)
  • Alizeti in der Schweiz besuchen
  • einen schön sonnigen Sommerurlaub verbringen (möglichst ohne Sonnenbrand, der aufgrund der geplanten südlicheren Lage aber so gut wie absehbar ist)
  • ein Projekt an den Start bringen, an dessen Umsetzung ich die letzten Wochen gefeilt habe
  • viele Herzensmomente mit meinem Freund verbringen
2017, ich freu mich auf dich!

Kommentare:

  1. Ein Jahr gefüllt mit allem liegt hinter dir und doch liest es sich gut. Einfach wie das Leben ist. Mit Höhen und Tiefen.
    Für das neue Jahr wünsche ich dir viel Kraft für alles weniger schöne und viel Platz im Herzen um das Schöne dort zu bewahren. <3 Und ich freue mich auf deinen Besuch!!
    Liebe Grüsse Alizeti

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    1. Liebe Alizeti!
      Danke für deine lieben Worte!
      Ich freue mich schon sehr auf die Schweiz, auf deine Heimat, deine Katzen ud auch auf dich :-)
      Liebe Grüße,
      Frauke

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  2. Ich freue mich mit Dir auf 2017 und wünsche Dir die Kraft um all Deine Pläne und Ideen Realität werden zu lassen. Viele schöne Momente, tolle Begegnungen und Reisen! All das, was Leben so schön wunderbar macht :-)

    Liebe Grüße,
    Mirtana

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    1. Liebe Mirtana!
      Lieben Dank für deine Worte!
      Ich wünsche dir ebenfalls ein tolles, abwechselungsreiches und erinnerungsreiches Jahr!
      Liebe Grüße,Frauke

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  3. Ein Jahr mit vielen Höhen und Tiefen und ich danke Dir dass Du uns hier hast teilnehmen lassen Frauke!
    Ich wünsche Dir für 2017 alles was Du Dir wünschst mit vielen wundervollen Momenten

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    1. Danke liebe Nina! Ich wünsch dir ebenfalls ein ganz tolles neues Jahr!

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Ich freu mich über jedes liebe Wort von euch :-)